Missionar Hermann Bahlburg - ein Heimattreuer aus Jesteburg                                                                        325



singehusKrö­ger­schen Hof ne­ben der Fin­ken­ka­te ein zu­sätz­lich­es Fach­werk­gebäu­de, „Singe­hus" ge­nannt, er­rich­tet wer­den muss­te, das durch Spen­den und durch Zu­schüs­se des Land­krei­ses Har­burg für die Ju­gend­ar­beit fi­nan­ziert wur­de. In dem Ge­bäu­de konn­ten Bi­bel­aben­de, Kon­fe­ren­zen, Ju­gend­ar­beit und die Ü­bun­gen des von Her­mann Bahl­burg ge­gründe­ten Po­sau­nen­chors ab­ge­hal­ten wer­den. Im Ober­ge­schoss gab es Schlaf­mög­lich­kei­ten. Das Haus stand quer zur Fin­ken­kate, so­dass von sei­nem Bal­kon An­spra­chen ge­hal­ten wer­den konn­ten. Auf der Wei­de davor saßen die Zu­hörer, wie auf den Mis­sions­fes­ten in der Hei­de üb­lich, auf über Holz­böcke ge­leg­ten Bret­tern. Das am 3.10.1926 ein­ge­weih­te Sin­ge­hus wur­de 1938 wie­der ab­ge­baut. Bahl­burgs Schwa­ger, der Land­wirt A­dolf Krö­ger, hat­te es nicht ü­ber­neh­men wol­len, so wur­de es von der Mis­sion in Her­manns­burg als Wohn­haus wie­der auf­ge­baut.

Hanna Renner, geb. Schmidt, be­rich­tet: „Ich er­in­ne­re mich, dass zu unse­rer Zeit noch zwei­mal Grup­pen im Singe­hus unter­ge­bracht waren, etwa 1934.” Die Nazis hätten dies Gebäude gern für sich in Anspruch genommen, erinnert sie sich, doch das wollte niemand. „Damit war jedes Freizeitvorhaben [gemeint sind Freizeiten, Rüstzeiten der Mission] unterbunden, diese Tätigkeiten wollte die Partei allein beanspruchen.” (Im Gespräch mit Cord Heinrich Bahlburg am 07.08.2007). Viel­leicht war dies mit ent­schei­dend für den „Umzug” des Ge­bäudes nach Her­manns­burg und sei­ne Um­wand­lung in ein Wohn­haus. 

Das Ziel der Hermannsburger Heimatmission, das christliche Leben der ländlichen Bevölkerung im Einvernehmen mit den jeweiligen Gemeindepastoren und der städtischen Jugend, die bereit war, nach Thelstorf zu kommen, zu unterstützen, wurde stets mit dem Gedanken der äußeren Mission verbunden. 1927 erinnerte Bahlburg die Missionsleitung an den Wunsch von Ludwig Harms, eine „Gallamission in Abessinien” aufzubauen. Er dachte dabei an die künftigen Aufgaben der Mission im Ganzen und weniger an sich selbst als Ausführenden, weil er in voller, gern getaner Arbeit stand. Aber es kam, wie es kommen musste. Direktor Schomerus, der Nachfolger von Haccius, hatte auch von anderer Seite diesen Vorschlag erhalten und die Mission entschloss

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