326 Missionar Hermann Bahlburg - ein Heimattreuer aus Jesteburgsich dazu. Er beauftragte jetzt Hermann Bahlburg, mit einer kleinen Gruppe von Mitarbeitern nach Äthiopien zu gehen. Als im Sommer 1927 klar war, dass Bahlburg die Heimatmission verlassen würde, gab es einen großen Andrang von Besuchern zu dem alljährlich stattfindenden Missionsfest, das in diesem Jahr am 3. Juli erfolgen sollte. Am Vortage fuhr sogar ein Sonderzug von Bremervörde nach Holm-Seppensen. Die zahlreichen Gäste gingen zu Fuß den Weg zur Seppenser Mühle und weiter über den Berg am Koppelweg nach Thelstorf. Sie schliefen in Zelten auf der Weide neben der Finkenkate. Am Morgen des Festtages fand die große „Bibelbesprechung” in plattdeutscher Sprache im Freien unter den Eichen auf dem Krögerschen Hof statt. Anschließend stärkten sich die „Gallamissionsfreunde” mit der gespendeten „begehrten Mittagssuppe aus dampfenden Kesseln.” (Hermann Bahlburg, S. 19) Am 26.11.1927 nahm Hermann Bahlburg Abschied von seiner Mutter und seinen Kindern und reiste - bis Genua noch begleitet von seiner Frau - mit einer Gruppe von Missionaren ab nach Äthiopien. Er hatte sich zunächst für fünf Jahre zur Verfügung gestellt. Seine Familie ließ er deshalb in Deutschland. Für die Fortführung der Heimatmissionsarbeit in Thelstorf gewann er seinen Freund und Schwager Missionar Wilhelm Schmidt (1892-1986), der 1923 Hermann Bahlburgs Schwester Elisabeth (1899-1963) geheiratet hatte. Vier Jahre später zog die Familie Schmidt in die Finkenkate ein, um die Pflege von Mutter Bahlburg zu übernehmen. Nach deren Tod (1938) zog Missionar Wilhelm Schmidt mit seiner Familie nach Soltau, um von dort aus seinen Dienst in den Gemeinden der Evangelisch - lutherischen Landeskirche Hannovers zu tun. Die Heimatmissionsarbeit als organisierte Arbeit kam - bedingt durch die schwierigen Verhältnisse in der Nazizeit - zum Erliegen und die aufregenden Jahre, in denen der Name des kleinen Heidedorfes an der Seeve weit im Lande bekannt war, gingen zu Ende. Thelstorf gewann seinen gewohnten ruhigen bäuerlichen Rhythmus zurück. Aufbau der Missionsarbeit in Äthiopien - Zweiter Weltkrieg und RückkehrEnde 1927 kam Hermann Bahlburg als Leiter einer Gruppe von Missionaren in Addis Abeba an. Eine Vertretung der Hermannsburger Mission in der Hauptstadt Äthiopien war nötig, um möglichst bald im Gebiet der „Galla”, eigentlich Oromo, im Westen des Landes eine Missionsarbeit beginnen und laufend unterstützen zu können. Die Aufnahme der Missionsarbeit im ca. 500 km westlich der Hauptstadt gelegenen Aira gelang nach schwierigen Verhandlungen mit dem Kaiserhof und der Regierung. Dort konnte der Missionar Dietrich Waßmann eine erste Inlands-Missionsstation errichten. In der Hauptstadt Addis Abeba gründete Bahlburg unter den dort lebenden Deutschen eine evangelisch - lutherische Gemeinde, eine deutsche Schule und begann mit einer Waisenbetreuung. Ende 1931 bis Oktober 1932 kehrte er zurück, um seine Familie nachzuholen und die Arbeit in Äthiopien doch selbst fortzusetzen. Danach wurden dem Ehepaar Bahlburg in Äthiopien noch vier weitere Kinder geboren. |
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